Die einen haben sie, die anderen wollen sie – gemeint ist Energie. Strom mit der eigenen PV-Anlage zu produzieren und damit einen Beitrag zur nachhaltigen Energiegewinnung zu leisten, ist den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern ein echtes Anliegen. Um den regional produzierten Strom auch vor Ort verbrauchen zu können, bieten Energiegemeinschaften einen perfekten Rahmen. So können auch Menschen ohne eigene PV-Anlage Sonnenstrom kostengünstig aus der Nachbarschaft nutzen. Nun trat der 100.000ste Teilnehmende im Versorgungsgebiet der Netz Niederösterreich einer solchen Gemeinschaft bei.
Derzeit stehen dafür 3 Modelle zur Auswahl, abhängig von der Nähe zwischen Erzeuger und Verbraucher. In einer Gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage (GEA) verbinden sich Menschen, die über einen gemeinsamen Hausanschluss versorgt werden, beispielweise in Wohnhaus- oder Reihenhausanlagen. Finanziell zahlt sich die Variante besonders aus, da bei GEAs die Netzentgelte entfallen, da die öffentliche Netzinfrastruktur nicht genutzt wird.
Werden Erzeuger und Verbraucher über eine gemeinsame Trafostation oder ein gemeinsames Umspannwerk versorgt, kommt eine Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft (EEG) infrage. Auch hier - je nach Ausmaß der Nutzung der öffentlichen Netzinfrastruktur – kann man Netzentgelte einsparen.
Über Bundesländergrenzen hinweg kann Energie in einer Bürgerenergiegemeinschaft (BEG) verkauft, verschenkt und genutzt werden.
Auf Basis des ElWG kommen ab Oktober 2026 zwei neue Modelle der gemeinsamen Energienutzung für Energiegemeinschaften hinzu.
Für alle ab Oktober 2026 neu aktivierten Gemeinschaften und Modelle gilt künftig ausschließlich das dynamische Modell der Energieaufteilung. Das bedeutet, dass Teilnehmende Energie von der Gemeinschaft proportional zum jeweiligen Verbrauch bekommt. Wer in einer Viertelstunde mehr verbraucht, bekommt auch mehr zugeteilt. Wird mehr Energie erzeugt, als die Teilnehmenden zusammen verbrauchen, wird der Überschuss in das Netz eingespeist.
Der fixe Zuordnungsschlüssel innerhalb der Energiegemeinschaft, wie es im statischen Modell vorgesehen ist, wird es für neue Gemeinschaften nicht mehr geben.
Ab April 2027 werden die Möglichkeiten der gemeinsamen Energienutzung weiter ausgebaut. Geplant ist eine Erweiterung der zulässigen Netzbereiche. Weiters sollen die Modelle Eigenversorgung, P2P und EEG auch in zusätzlichen netzgebietsübergreifenden Konstellationen genutzt werden können. Das bedeutet im konkreten, dass die Netzentgelte nicht mehr von der jeweiligen Form der Energiegemeinschaft abhängen, sondern durch den Nahbereich festgelegt werden. Dieser wiederum ist in 7 Zonen aufgegliedert.
Energiegemeinschaften sind eine spannende Möglichkeit als aktiver Konsument, sowie Produzent am Energiemarkt teilzunehmen. Wir als Netz NÖ freuen uns sehr, nun bereits 100.000 Teilnehmende über diese Form versorgen zu können.