16.03.2021

Seit 20 Jahren im Einsatz – Fliegende Säge unterstützt EVN Tochter Netz NÖ bei Instandhaltungsarbeiten

Im Durchschnitt entastet die Helikopter-Säge, sie hat eine Schnittfläche von 6 Meter, in einer Stunde den Baumbestand auf einer Länge von zirka 500 Meter
Das Instandhalten der Stromleitungen ist eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Versorgungssicherheit in Niederösterreich. Dafür sind immer wieder eindrucksvolle Maßnahmen notwendig – so auch aktuell im Bezirk Scheibbs. Unterstützt wird die Netz NÖ hier von den Mitarbeitern der Firma Heli Austria und Rotorflug. 
 
Die Arbeiten mit der „fliegenden Säge“ sollen die von Ästen und Bäumen verursachten Stromausfälle reduzieren. „Durch das Freischneiden unserer Leitungen möchten wir die Stromausfälle für die Bewohnerinnen und Bewohner auch in entlegenen Gebieten minimieren“, erzählt Netz NÖ Mitarbeiter Christian Gudra. „Ich war bereits vor 20 Jahren dabei als die fliegende Säge österreichweit zum ersten Mal hier in Scheibbs geflogen ist." Diese Methode ist schnell und günstig. „Im Durchschnitt entastet die Helikopter-Säge, sie hat eine Schnittfläche von 6 Meter, in einer Stunde den Baumbestand auf einer Länge von zirka 500 Meter“, erklärt Gudra. 

Mit großem Interesse verfolgt auch David Salzmann das Geschehen. Er ist Lehrling bei der Netz NÖ und heute zum ersten Mal bei einem Einsatz der fliegenden Säge dabei. „Diese Arbeiten sind nicht alltäglich und natürlich sehr spannend für mich“, so Salzmann. Ein Vorteil des Freischneidens per Helikopter ist natürlich auch die minimale Abschaltzeit des Leitungsnetzes“, erklärt der junge Mitarbeiter schon sehr fachkundig. 
 
Um eine Stromleitung von wuchernden Baumästen freizulegen, kommt derzeit ein Sägesystem zum Einsatz, das von einem Helikopter aus bedient wird. Sägesystem und Motor sind bis zu 50 Meter unter dem Helikopter an einer Stange befestigt. Aus der Distanz könnte man meinen, die Säge hänge an einem Seil. Doch in Wahrheit handelt es sich um ca. 8 Meter lange Alurohre, im Fachjargon „Sling“ genannt, die zusammengeschraubt sind. Dank dieses Systems kann einerseits die Arbeitslänge variabel eingestellt werden, andererseits kann die Säge viel ruhiger geführt werden, auch bei windigen Verhältnissen. Im Inneren des Rohres befinden sich ein Steuerkabel, über das sich die Säge aus dem Cockpit bedienen lässt, sowie ein Drahtseil, das bei einem allfälligen Rohrbruch die Säge halten würde.
 
Nur erfahrene Piloten mit einer entsprechenden Zusatzausbildung dürfen den Hubschrauber mit „Anhang“ fliegen. Außerdem sollte man nicht einsteigen wenn man einen empfindlichen Magen hat. „Die Flüge sind sehr unruhig, man muss schon einiges an Turbulenzen aushalten“, schmunzelt Gudra. 
 
Nach einem Schnitt bedürfen die Trassen für fünf bis zehn Jahre keiner weiteren Ausholzung.
 
Insgesamt ist der Helikopter in Scheibbs auf einer Trassenlänge von rund 6 Kilometern im Einsatz.
 
 
Netz NÖ

Für den Transport und die Verteilung von Strom verfügt Netz NÖ in Niederösterreich über ein modernes Leitungsnetz mit einer Gesamtlänge von rund 53.100 km Mittel- und Niederspannungsleitungen und ca. 1.406 km 110 kV Leitungen. Netz NÖ versorgt damit im Stromnetz rund 830.000 Kundenanlagen.
 

Fotocredits: © Netz NÖ / Moser

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Bild 1: Netz NÖ Mitarbeiter Christian Gudra bei der Einsatzbesprechung
Bild 2: Die Säge hat eine Leistung von rund 60 kW
Bild 3: Die fliegende Säge im Einsatz
Bild 4: Das „Einparken“ erfordert Präzisionsarbeit
Bild 5: Netz NÖ Lehrling David Salzmann erhält spannende Einblicke während seiner Ausbildung


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