Stadtrat Ettlinger, Leiter des Service Center Amstetten Eßletzbichler, Bürgermeister Haberhauer, Projektleiter Schaberger, Stadtwerke Amstetten Leiter Stromverteilung Ostermann

Umspannwerk Amstetten

Informieren Sie sich über den aktuellen Stand auf der Baustelle in Amstetten. Die Fertigstellung ist für den Jahresbeginn 2027 geplant.

Die Arbeiten in Amstetten schreiten stetig voran. Hier finden Sie Informationen zum: 

  • Versorgungsgebiet

  • Baufortschritt

Die erneuerbare Energiezukunft bedeutet für Stromnetzbetreiber eine große Herausforderung. Die Infrastruktur war bisher darauf ausgelegt, den Strom aus wenigen großen Kraftwerken an viele Haushalte zu verteilen. Die steigende Zahl privater PV-Anlagen, Wärmepumpen, E-Autos & Co sorgt mittlerweile aber dafür, dass das Stromnetz deutlich flexibler werden muss. Ein gutes Beispiel dafür ist unser Umspannwerk in der Schillerstraße in Amstetten.

Ursprünglich war es gemeinsam mit dem Wasserkraftwerk der Stadtwerke Amstetten wesentlich für die Stromversorgung der Stadt Amstetten und umliegender Ortschaften verantwortlich. In den letzten Jahren diente es aber immer stärker auch dazu, lokal erzeugten Strom aus PV-Anlagen ins überregionale Netz einzuspeisen. Durch diese „Doppelbelastung“ wird die Kapazität der Anlage in naher Zukunft im Wesentlichen ausgeschöpft sein.

Eckdaten zum Umspannwerk Amstetten

Versorgungsgebiet Netz NÖ (Stand Baubeginn: März 2024)

  • Gemeinden: Ardagger, Winklarn und Zeillern
  • Orte in Amstetten: Greinsfurth, Neufurth und Waldheim
  • 4.800 Kundenanlagen
  • 100 Trafostationen
  • 1.100 PV-Anlagen in Betrieb, mit insgesamt 15 MW Einspeiseleistung
  • 220 Anlagen mit weiteren 10 MW derzeit in Bau

Versorgungsgebiet Stadtwerke Amstetten (Stand Baubeginn: März 2024)

  • Stadtgebiet Amstetten
  • 10.056 Kundenanlagen
  • 109 Trafostationen
  • 721 PV-Anlagen in Betrieb, mit insgesamt 10,9 MW Einspeiseleistung
  • 64 Anlagen mit weiteren 2,5 MW derzeit in Bau

Zeitplan der Modernisierung

Nach über 60 Jahren Betrieb wird das Umspannwerk Amstetten am bestehenden Standort komplett modernisiert. Bevor die zentrale 110-kV-Freiluft-Schaltanlage neu gebaut wird, wurden bereits 2022 neue 20-kV-Schalthäuser durch Netz NÖ und die Stadtwerke Amstetten errichtet.

Um die Versorgungssicherheit während der Bauphase zu gewährleisten, läuft seit September 2024 ein 110-kV-Provisorium. Seit Mitte des Sommers ist die 110kV-Anlage bespannt beziehungsweise im Teilbetrieb. Zwei der 100kV-Leitungen sind bereits fertig eingeschliffen. Auch der erste Umspanner ist schon am Netz.

Um weitere zwei 110kV-Abzweige aus dem Provisorium auszubinden und in die neue Anlage zu integrieren, müssen noch kleinere Abrissarbeiten durchgeführt werden.

Die Inbetriebnahme ist mit Jahresbeginn 2027 geplant, die Arbeiten selbst sollen im Frühsommer abgeschlossen sein. Die Stadtwerke Amstetten werden im Frühling 2027 mit ihren baulichen Tätigkeiten beginnen und mit Jahresende auch in Vollbetrieb sein. 

Was passiert in nächster Zeit?

  • bis Jahresende sollen alle 110-kV-Abzwiege sowie beide 110/20-kV-Umspanner auf der neuen Anlage sein
  • Jahresanfang 2027: Rückbau des Provisoriums
  • Finale Arbeiten

Wenn Sie noch Fragen zum Projekt haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht: [email protected]

Zusammenfassung

  • Erhöhung der Versorgungssicherheit für rund 14.900 Kunden
  • Investition von ca. 17 Mio. EUR
  • Geplante Inbetriebnahme: Ende 2026

2022

  • Neubau eines 20-kV-Schalthauses durch Netz NÖ
  • Neubau eines 20-kV-Schalthauses durch Stadtwerke Amstetten
  • Anlieferung des 110-kV-Provisoriums

2023

  • Vorbereitung des 110-kV-Provisoriums

2024

  • Einbindung des 110-kV-Provisoriums
  • Demontage der bestehenden 110-kV-Freiluft-Schaltanlage

2025

  • Abriss des alten 20-kV-Schalthauses (Netz NÖ)
  • Neubau der 110-kV-Freiluftschaltanlage

2026

  • Anbindung der 100-kV-Leitungen an die neue Anlage
  • Überprüfung der Zuschaltungen und Teilinbetriebnahme

ab 2027

  • Finale Arbeiten

Geschichtliches

Update für einen historischen Standort

Die jetzige Anlage entstand 1963 noch als 60/20-kV-Umspannwerk, jedoch wurden schon damals Vorkehrungen für die Zukunft getroffen. Aufgrund des steigenden Energiebedarfs im Raum Amstetten wurde das Hochspannungsnetz in den 1980er Jahren von 60 auf 110-kV umgestellt - das Umspannwerk war damals bereits zum Großteil dafür gerüstet, es wurde 1984 nur die 20-kV-Schaltanlage verstärkt.

2004 wurden die Strom- und Spannungswandler in der 20-kV-Schaltanlage getauscht und 2008 dann die 110-kV-Freiluft-Schaltanlage auf die heutige Größe erweitert.

Die letzten Modernisierungsarbeiten fanden 2015 statt- damals wurde die Fernwirktechnik erneuert.

Die Elektrifizierung Amstettens

Das Elektrizitätswerk Amstetten (heute: Stadtwerke Amstetten) gehört zu den ältesten kommunalen Elektrizitätsunternehmen Niederösterreichs.

Der Beschluss des Amstettener Gemeindeausschusses 1899 zum Bau eines Wasserkraftwerkes an der Ybbs war der Startschuss für die Elektrifizierung Amstettens. Bereits am 26. Jänner 1901 nahm das Wasserkraftwerk seinen Betrieb auf. Der elektrische Mehrbedarf der geplanten Produktionserhöhung der Metallwerke Scheid 1927 war der Auslöser einer breiten Debatte. Sollen neue Dieselaggregate angeschafft werden, kann ein Zusammenschluss der E-Werke Amstetten und Waidhofen die regionale Versorgung weiterhin sicherstellen oder muss doch ein Anschluss an das Netz der NEWAG stattfinden? Da ein „Stromkonzern der Städte“ politisch nicht erwünscht war, wurde Amstetten 1928 an das damalige 60-kV-Netz der NEWAG (heute: Netz NÖ) angeschlossen und am Kraftwerksgelände in der Schillerstraße entstand das erste Umspannwerk – vor beinahe 100 Jahren.

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