Die Arbeiten in Amstetten schreiten stetig voran. Hier finden Sie Informationen zum:
Versorgungsgebiet
Baufortschritt
Die erneuerbare Energiezukunft bedeutet für Stromnetzbetreiber eine große Herausforderung. Die Infrastruktur war bisher darauf ausgelegt, den Strom aus wenigen großen Kraftwerken an viele Haushalte zu verteilen. Die steigende Zahl privater PV-Anlagen, Wärmepumpen, E-Autos & Co sorgt mittlerweile aber dafür, dass das Stromnetz deutlich flexibler werden muss. Ein gutes Beispiel dafür ist unser Umspannwerk in der Schillerstraße in Amstetten.
Ursprünglich war es gemeinsam mit dem Wasserkraftwerk der Stadtwerke Amstetten wesentlich für die Stromversorgung der Stadt Amstetten und umliegender Ortschaften verantwortlich. In den letzten Jahren diente es aber immer stärker auch dazu, lokal erzeugten Strom aus PV-Anlagen ins überregionale Netz einzuspeisen. Durch diese „Doppelbelastung“ wird die Kapazität der Anlage in naher Zukunft im Wesentlichen ausgeschöpft sein.
Versorgungsgebiet Netz NÖ (Stand Baubeginn: März 2024)
Versorgungsgebiet Stadtwerke Amstetten (Stand Baubeginn: März 2024)
Nach über 60 Jahren Betrieb wird das Umspannwerk Amstetten am bestehenden Standort komplett modernisiert. Bevor die zentrale 110-kV-Freiluft-Schaltanlage neu gebaut wird, wurden bereits 2022 neue 20-kV-Schalthäuser durch Netz NÖ und die Stadtwerke Amstetten errichtet.
Um die Versorgungssicherheit während der Bauphase zu gewährleisten, läuft seit September 2024 ein 110-kV-Provisorium. Der Stahlbau ist weitestgehend abgeschlossen, ebenso wie die Kabelwege für die Steuer-Energieverkabelung.
Mit der Anlieferung des gebrauchten Umspanners aus dem Umspannwerk Poysdorfs biegt die Modernisierung in die finale Phase. Die Inbetriebnahme des neuen Umspannwerkes Amstetten ist für Ende 2026 geplant.
Die Zufahrt zur Umspannwerksbaustelle erfolgt über die Winklarner Straße, Erwin-Schrödinger-Straße und Stadtwerkestraße.
Wenn Sie noch Fragen zum Projekt haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht: dialog@netz-noe.at
2022
2023
2024
2025
ab 2026
Die jetzige Anlage entstand 1963 noch als 60/20-kV-Umspannwerk, jedoch wurden schon damals Vorkehrungen für die Zukunft getroffen. Aufgrund des steigenden Energiebedarfs im Raum Amstetten wurde das Hochspannungsnetz in den 1980er Jahren von 60 auf 110-kV umgestellt - das Umspannwerk war damals bereits zum Großteil dafür gerüstet, es wurde 1984 nur die 20-kV-Schaltanlage verstärkt.
2004 wurden die Strom- und Spannungswandler in der 20-kV-Schaltanlage getauscht und 2008 dann die 110-kV-Freiluft-Schaltanlage auf die heutige Größe erweitert.
Die letzten Modernisierungsarbeiten fanden 2015 statt- damals wurde die Fernwirktechnik erneuert.
Das Elektrizitätswerk Amstetten (heute: Stadtwerke Amstetten) gehört zu den ältesten kommunalen Elektrizitätsunternehmen Niederösterreichs.
Der Beschluss des Amstettener Gemeindeausschusses 1899 zum Bau eines Wasserkraftwerkes an der Ybbs war der Startschuss für die Elektrifizierung Amstettens. Bereits am 26. Jänner 1901 nahm das Wasserkraftwerk seinen Betrieb auf. Der elektrische Mehrbedarf der geplanten Produktionserhöhung der Metallwerke Scheid 1927 war der Auslöser einer breiten Debatte. Sollen neue Dieselaggregate angeschafft werden, kann ein Zusammenschluss der E-Werke Amstetten und Waidhofen die regionale Versorgung weiterhin sicherstellen oder muss doch ein Anschluss an das Netz der NEWAG stattfinden? Da ein „Stromkonzern der Städte“ politisch nicht erwünscht war, wurde Amstetten 1928 an das damalige 60-kV-Netz der NEWAG (heute: Netz NÖ) angeschlossen und am Kraftwerksgelände in der Schillerstraße entstand das erste Umspannwerk – vor beinahe 100 Jahren.