Das Gasnetz besteht aus unterschiedlichen Netzebenen und deren Schnittstellen.
Netzebenen
Schnittstellen
Ähnlich dem Stromnetz ist das Gasnetz in mehreren Ebenen aufgebaut und an das europäische Netz angeschlossen. Über Fernleitungen wird das Gas über große Strecken transportiert. An definierten Ausspeisepunkten schließt das Verteilernetz innerhalb Österreichs an.
In der Ebene 1 der Verteilerleitungen fließt das Gas mit hohem Druck (bis zu 70 bar) zur bundesländerübergreifenden Versorgung und ist an die Gasspeicher angeschlossen. Die Netzinfrastruktur ist im Besitz der Netz NÖ, die Betriebsführung obliegt der Austrian Gas Grid Management AG (AGGM).
Netz NÖ ist als regionaler Netzbetreiber ab der Netzebene 2 der Verteilerleitungen für den Betrieb verantwortlich. Mit einem Druck von 5 bis 70 bar versorgen wir unmittelbar die Endverbrauchenden. Mit den Verteilerleitungen der Ebene 3 sind engmaschige Mittel- und Niederdrucksysteme gemeint, in denen das Gas mit bis zu 5 bar an den Endverbraucher geliefert wird.
An der Fernleitung sorgen Verdichterstationen dafür den Druck in den Leitungen aufrechtzuerhalten. Dafür wird das Gas komprimiert und auf entsprechend höhere Drücke gebracht. Als Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Druckstufen der Netzebenen sind Mess- und Druckregelstationen geschalten. Dort wird das eigentlich geruchlose Gas "odoriert", sprich mit der uns als typischen Gasgeruch bekannten Geruchsnote angereichert.
Zwischen Netzebene 2 und 3 betreibt die Netz NÖ Biomethan-Verdichterstationen, in denen das Biomethan für die Netzebene 2 komprimiert wird.
In Gasdruckregelanlagen (GDRA) wird der Druck für die jeweils nächste Leitungsebene (von Hochdruck in den Mitteldruck und von Mitteldruck in den Niederdruck) reduziert. Mess- und Steuerungsanlagen dienen der Verrechnung sowie der Steuerung der Transportmengen.
Laut der Verordnung des Vorstands der E-Control über Standards für Gasnetzbetreiber bezüglich der Sicherheit, Zuverlässigkeit und Qualität der gegenüber den Netzbenutzern erbrachten Dienstleistungen (Gasnetzdienstleistungsqualitätsverordnung) in der Fassung der Novelle 2013 veröffentlicht die Netz Niederösterreich GmbH gem. BGBl. II Nr. 172/2012 §14 die Kennzahlen für das Gasjahr 2025.
Werfen Sie einen Blick in unsere FAQ.
Aktuell oft geklickt:
Der Brennwert gibt an, wie viel Wärmeenergie aus dem Gas bei der Verbrennung gewonnen werden kann, einschließlich der im Wasserdampf enthaltenen Kondensationswärme. Er ist ein wichtiger Faktor für die Berechnung des Gasverbrauchs und die Festlegung von Gaspreisen.
Der Heizwert gibt den Energiegehalt ohne die Kondensationswärme des Wasserdampfes an. Das heißt, dass der Gasbrennwert zumeist höher ist als der Heizwert. Die Vorteile der Brennwerttechnik sind ein höherer Wirkungsgrad (bis zu 98 Prozent). Daraus resultiert ein geringerer Gasverbrauch, somit weniger CO2-Ausstoß und geringere Kosten.
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen regelmäßige Kontrollen aller Hauptleitungen und Hausanschlussleitungen durch. Zu diesem Zweck wird entlang der Leitungen mit Sonden gemessen, um mögliche undichte Stellen frühzeitig zu entdecken. Um den vollständigen Leitungsbestand abspüren zu können, betreten unsere Teams auch Privatgrundstücke in Abstimmung mit den Eigentümern.
Unser gut ausgebautes Gasnetz ist ein Schlüsselfaktor für unser bestehendes und auch künftiges Energiesystem. Für den Transport von grünen Gasen (Biomethan, Wasserstoff, …) kann die vorhandene Infrastruktur weiter genutzt werden. Von der Austrian Gas Grid Management AG (AGGM) in Zusammenarbeit mit den Gasnetzbetreibern wie Netz NÖ wurde dazu eine interaktive Karte erstellt, wo die Einspeisung von Biomethan beziehungsweise Wasserstoff am sinnvollsten und/oder wirtschaftlichsten erscheint.