Wildtierökologe Richard Zink mit einem der Sakerfalken-Jungtier im Arm.

Hochspannender Besuch beim Sakerfalken

Wie Artenschutz in luftiger Höhe funktioniert, zeigt eine Kooperation der Vetmeduni Wien mit der Netz NÖ.
18. Mai 2025

Mitte der 1970 galt der Sakerfalke in Österreich als nahezu ausgestorben. Dass sich der Bestand aber nicht nur erholt hat, sondern sich sogar im Aufwind befindet, ist auch den Nisthilfen auf Starkstrommasten zu verdanken. 95 Prozent der Brutpaare vertrauen bei der Familiengründung einer dieser Boxen. „Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung in Zeiten der allgemeinen Biodiversitätskrise und Netz Niederösterreich leistet hier einen wichtigen Beitrag dazu“, bedankt sich Richard Zink vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna und wissenschaftlicher Leiter des Nisthilfenprogramms für das Engagement des niederösterreichischen Netzbetreibers.

Wie alle Falken nutzen die Saker keine eigenen Nester, sondern ziehen in jene anderer baum- oder felsbrütender Vogelarten, wie Greifvögel, Raben oder Reiher, ein. Dabei bevorzugen sie durchaus größere „Immobilien“ und nicht immer geht die Schlüsselübergabe ganz freiwillig von statten. 

Um die Mitte März geschlüpften Jungtiere zu beringen, erklomm der Wildtierforscher nun gemeinsam mit Netz Niederösterreich Hochspannungsexperten Johannes Neuditschko den Brutkasten am Mast 43 entlang der 110 kV-Leitung zwischen Stockerau und Hollabrunn. Dafür muss die Leitung zuerst vom Systemoperator für Arbeiten freigeschalten werden. Erst nach der Überprüfung auf Spannungsfreiheit kann mit dem sicheren Aufstieg begonnen werden. 

Die Beringung der Tiere durch einen kleinen Ring mit Gravur dient den Wissenschaftlern dazu, die Bewegung der Falken nachzuverfolgen. Damit können sie Daten zu ihrem Alter, Brutverhalten und Wanderungen nachverfolgen.

Bei der Netz NÖ ist man stolz, einen Beitrag zur Arterhaltung und Biodiversität beitragen zu können. 

Video / Bewegtbildmaterial zur Ansicht und zum Download finden Sie hier: 

https://youtu.be/zDwhaiZ3RSs

Netz-Ausbau bis 2034

In ihrer Rolle als Verteilnetzbetreiberin stellt die Netz NÖ vor eine gewaltige Herausforderung, da das Stromnetz in vergleichbar kurzer Zeit auf den verschiedenen Ebenen modernisiert und ausgebaut werden muss.

  • Das Modernisierungsprogramm der Netz NÖ bis 2034 umfasst: 
  • Neu- oder Ersatzneubau von etwa 55 Umspannwerken inkl. Anschlussleitungen (dzt. sind 92 Umspannwerke in Betrieb)
  • Jährlicher Zubau von etwa 700 Trafostationen (langjähriger Schnitt von etwa 250 Stationen)
  • Verlegen von etwa 1.000 km Mittel- und Niederspannungskabel pro Jahr

Dieser starke Ausbau ist zwingend notwendig. Denn der Umbau des Energiesystems schreitet mit großen Schritten voran.  Allein im Bereich Photovoltaik-Anlagen verzeichnete die Netz NÖ im Jahr 2024 rund 25.000 Fertigmeldungen, sodass nun bereits rd. 120.000 Sonnenkraftwerke in ihr Netz einspeisen. Rund 25 Prozent der Sonnenkraftwerke Österreichs befinden sich hier in Niederösterreich – und mehr als 50 % der Windkraftanlagen.

Die Netz NÖ investiert allein in diesem Geschäftsjahr rd. 450 Mio. in den Ausbau der Infrastruktur, um die Energiezukunft „auf den Boden zu bringen“.

Fotos zu unseren Sakerfalken

 Johannes Neuditschko, Tobias Artner und Dominik Fasching  zusammen mit Wildtierökologe Richard Zink
Hochspannender Besuch beim Sakerfalken © Netz NÖ/Leidinger
 Einer der Ringe mit Gravur, welcher später verwendet wird.
Hochspannender Besuch beim Sakerfalken © Netz NÖ/Leidinger
Wildtierökologe Richard Zink mit einem der Sakerfalken-Jungtier im Arm.
Hochspannender Besuch beim Sakerfalken © Netz NÖ/Leidinger
Johannes Neuditschko vom Netz Niederösterreich zusammen mit Wildtierökologe Richard Zink.
Hochspannender Besuch beim Sakerfalken © Netz NÖ/Leidinger
Die Sakerfalken-Jungtiere im Brutkasten
Hochspannender Besuch beim Sakerfalken © Netz NÖ/Leidinger
Wildtierökologe Richard Zink beim Beringen eines Sakerfalken-Jungtieres
Hochspannender Besuch beim Sakerfalken © Netz NÖ/Leidinger
Auf dem 110Kilovolt-Masten bei der Beringung eines Sakerfalken.
Hochspannender Besuch beim Sakerfalken © Netz NÖ/Leidinger

Pressekontakt

Pressesprecher Michael Kovarik

Michael Kovarik

Pressesprecher

Netz Niederösterreich GmbH

EVN Platz, 2344 Maria Enzersdorf